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„Der Österreichische Bibelübersetzer“

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Gottes Wort deutsch

Unter den vorreformatorischen Bibelübersetzungen des 14. Jahrhunderts nehmen die Arbeiten des sogenannten Österreichischen Bibelübersetzers eine Sonderstellung ein.
Mit dem „Alttestamentlichen Werk” (ehemals „Schlierbacher Altes Testament”), dem „Evangelienwerk” (ehemals „Klosterneuburger Evangelienwerk”) und dem „Psalmenkommentar” bietet das Oeuvre des Österreichischen Bibelübersetzers die Übersetzung und Kommentierung eines Großteils der Bibel – und das 200 Jahre vor Luther. Daneben lassen sich ihm zahlreiche weitere eschatologische und häresiologische Traktate zuschreiben.

Interakademisches Langzeitprojekt der Akademienunion

Das Interakademische Langzeitprojekt „Der Österreichische Bibelübersetzer” der Akademienunion widmet sich der kritischen editorischen Erschließung und Kommentierung der Schriften des Anonymus. Die Trägerschaft der an der Universität Augsburg untergebrachten mehrköpfigen Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Freimut Löser obliegt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW). Die Arbeitsstelle in Augsburg steht in enger Kooperation mit einer weiteren Arbeitsgruppe an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAdW) in Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Haustein (Universität Jena) und Prof. Dr. Martin Schubert (Universität Duisburg-Essen).

Die Laufzeit des Projekts umfasst insgesamt zwölf Jahre, die sich in vier Projektphasen zu je drei Jahren gliedern. Das Vorhaben fußt auf Materialien und Verfahren, die in früheren Vorhaben der BAdW, der BBAW und ihrer Vorgängerinnen erarbeitet worden sind. Um ein Maximum an Synergieeffekten zu erzielen, schließt das Projekt an andere Vorhaben der Akademien an. Es ist vernetzt mit der Berliner, der Münchner und der Augsburger Bibliotheks- und Universitätslandschaft, mit verwandten Projekten aus dem Bereich der Akademieforschung sowie nationalen und internationalen Forschungsaktivitäten.

Gedruckte Edition und digitale Editionsplattform

Geplant ist neben der gedruckten Edition des Gesamtwerkes in Buchform auch eine digitale Version. Im ersten Schritt, da bereits im Vorfeld durch die Deutsche Forschungsgesellschaft DFG gefördert, wird die Ausgabe des „Alttestamentlichen Werks” des Österreichischen Bibelübersetzers voraussichtlich noch im Jahr 2017 erscheinen. Parallel dazu arbeiten die Teams in Augsburg und Berlin an der Erschließung der Überlieferungslage und Textgeschichte des „Evangelienwerks”  und im nächsten Schritt an der Erschließung des „Psalmenkommentars”.

Die digitale Edition der Werke soll sowohl die Digitalisate der Handschriften als auch die transkribierten Texte, einen Versionenvergleich und den Leithandschriftentext umfassen. So werden die Inhalte für Interessierte und Forscherinnen und Forscher anderer Disziplinen gleichermaßen zugänglich macht.

Förderung

Dieses Projekt wird als Vorhaben der Bayerischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Akademienprogramms von der Bundesrepublik Deutschland und vom Freistaat Bayern gefördert.